Zweiheimisch:CrossMedia

.                          Mit dem Pascha von Magdeburg zwischen Altmark und Aga-Tal

.                  Lesungen, Konzerte & Signierstunden

Mit Lesungen, Kurzkonzerten und dem Signieren von Büchern verabschiedet sich ein internationales Jugend-Kulturprojekt aus dem City Carré. Es signieren am 27.10. Nellja Veremej, Nele Heyse, Gunther Hirschligau und am 30.10. Conrad Engelhardt, Ammar Awaniy und Charlotte Buchholz.

 

Ort: City-Carré Magdeburg

Termin: 27. & 30. Oktober 2020 l 17:30 – 18:30 Uhr

Besondere Zeiten verlangen auch besondere Kulturformate: Um trotz der Corona-Pandemie Kunst und Kultur zu den Menschen zu bringen, ersannen die Macher*innen des Buches „Der Pascha von Magdeburg“ eine Ausstellung mit Begleitprogramm. Die Kontakt-Regeln beachtend wurden mit Jugendlichen GeoCaching-Safaris und Kalligrafie-Workshops durchgeführt und nun erwarten die Gäste des City-Carré Magdeburg zwei Lesekonzerte: Am 27. Oktober lesen und signieren die ehemaligen Stadtschreiberinnen von Magdeburg, Nele Heyse und Nellja Veremej, zusammen mit dem Schriftsteller Gunther Hirschligau und am 30. Oktober Verleger und Autor Conrad Engelhardt zusammen mit Charlotte Buchholz und Ammar Awaniy. Begleitet werden die Lesungen von der Gruppe SÊKOŞ. Die Band fand sich durch das Pascha-Buch-Projekt zusammen und besteht aus dem krimtatarischen Saxophonisten Enver İbrahimoğlı sowie den kurdischen Musikern Moustafa Moustafa an der Saz und Alan Othman am Cajon.Die Moderation übernehmen Dr. Mieste Hotopp-Riecke und Ammar Awaniy. Hinter den Kulissen wirbeln die Kinder und Jugendlichen der Projektgruppe ZWEIHEIMISCH.  ;-)

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Zu Sachsen-Anhalts langer Migrations- und Integrationsgeschichte entwickeln Jugendliche gemeinsam via sechs kultureller CrossMedia-Bildungswerkstätten sechs Produkte (manuell-praktisch / künstlerisch-virtuell) begleitet von einem Online-Blog zur Interkulturgeschichte Mitteldeutschlands.

Unsere Kinder- und Jugend-Workshops finden statt unter der Überschrift „ZWEIHEIMISCH:CROSSMEDIA. Mit dem Pascha von Magdeburg mobil zwischen Altmark und Aga-Tal“. Das Wort „zweiheimisch“ beschreibt dabei die Verortung vieler Menschen nicht „zwischen“ zwei Kulturen, sondern ihr Beheimatet-Sein IN zwei oder mehreren Kulturen. Mobilität ist gerade in ländlichen Räumen ein großes Thema. Nicht nur historisch, also wie waren unsere Vorfahren unterwegs, woher kamen sie, sondern auch heute bestimmen Pendler-Alltag, Zuzug und Wegzug den Alltag der Menschen. Die Jugendlichen bearbeiten in unterschiedlichen gemischten Gruppen künstlerisch die Themen Fremdheit, Nähe, Heimat, Ankommen, Wegziehen u. Begegnung. Welche Träume, Märchen und Geschichten ranken sich ums Bleiben und Fortgehen?
CrossMedia beschreibt unsere Arbeitsweise: Mittels online- und offline-Kultur-Techniken sind junge Menschen kreativ tätig- auch mit corona-bedingten Abständen lässt es sich so arbeiten. Wie der Untertitel „Von der Altmark bis zum Aga-Tal" verrät, ist das Projekt nicht auf die Altmark beschränkt sondern wird bis zum südlichsten Zipfel Sachsen-Anhalts reichen, bis zum Aga-Tal nahe Gera.

Arbeitsbasis u. Inspiration ist mit 45 Interkulturgeschichten zwischen „Orient“ und Mitteldeutschland das Buch „Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland“, das wir erstmals als Grundlagenmethode und gekoppelt mit einem Blog nutzen und erstmals im ländlichen Raum testen. Die Workshops zu unterschiedlichen Kunstgattungen werden von den Jugendlichen selbst mit Inhalt gefüllt, umgesetzt und präsentiert. Dabei sind die autarken Inhalte kombinierbar zu einer abschließenden Zweiheimisch-Soirée im Herbst im City-Carré Magdeburg.

Gefördert wird die Workshopreihe in Sachsen-Anhalt durch das Porgramm "Mein Land. Zeit für Zukunft" der tgd (Türkische Gemeinde Deutschland e.V.) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Förderprogramm "Kultur macht stark").

 

 Gottes ist der Orient!

/ Gottes ist der Occident!

/ Nord- und südliches Gelände

/ Ruht im Frieden seiner Hände!

 

Johann Wolfgang von Goethe

                                                                                  (aus: West-Östlicher Diwan)


WS 1: Der Pascha sind wir (Kalligraphie, Video, Performance)

Unterstützt von Fachkräften und Ehrenamtlichen bearbeiten Jugendliche unter dem Oberthema des Projektes „ZWEIHEIMISCH“ ein selbstgewähltes Thema aus ihrer Lebenswelt künstlerisch - inspiriert durch eine der 45 Interkulturgeschichten aus dem Buch "Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland".

 

Die Jugendlichen erstellen eine Performance aus Lyrik, Musik und Kalligrafie, die nach dem Abschlußworkshop 6 gemeinsam überarbeit in die Projektpräsentation "Zweiheimisch-Soirée" im Oktober einfließen soll.

Und hier finden Sie die Film Soirée:  


WS 2: Hidir Dede. Die 1002 Nacht (VideoAudio)

Die Krimtataren sind eines der ältesten Völker islamischen Glaubens in Europa mit einer langen teils schmerzhaften Geschichte von Deportationen, Unterdrückung und Völkermord. Auch die Annexion ihrer Heimat durch die Russländische Föderation bedeutet erneut einen tiefen Einschnitt ins kulturelle Gedächtnis und die gesellschaftliche Realität der Krimtataren: Es gab während und nach der Annexion Verhaftungen, Hausdurchsuchungen extralegale Morde durch die Besatzungsmacht und tausende von ihnen wurden von der Halbinsel Krim erneut ins Exil gedrängt. Umso wichtiger sind Projekte wie der Märchenfilm „Hıdır Dede“, der zeigt, wie Künstler*innen von der Krim und der freien Festland-Ukraine gemeinsam dafür kämpfen, ihre nationale Identität und ihr kulturelles Erbe zu bewahren. „Hıdır Dede“ ist also weit mehr als nur ein abendfüllender erster Märchenfilm in krimtatarischer Sprache.

 

Die Jugendlichen erstellen eine Reportage über Märchen als Heimatlektüre und führen Interviews, die nach dem Abschlußworkshop 6 gemeinsam überarbeit in die Projektpräsentation "Zweiheimisch-Soirée" im Oktober einfließen sollen.


WS 3: Ali und Otto an der Elbe (Grafik, Poesie, Theater)

 Unterstützt von den Fachfrauen Charlotte Knappstein (Theaterpädagogin/Schauspilerin) und Claudia Rosin (Künstlerin/Theatertechnikerin) sowie Astrid Triebe, der Jugendklub-Leiterin, und ehrenamtlichen Helfer*innen bearbeiten Jugendliche unter dem Oberthema des Projektes „ZWEIHEIMISCH“ das Thema Mobilität im Wandel, künstlerisch - inspiriert durch die Geschichte des Christian Freidrich Aly, eine der 45 Interkulturgeschichten aus dem Buch "Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland".
Die Jugendlichen in Bittkau erarbeiten theatral, grafisch und poetisch ein Heimat-Logbuch, improvisieren, spielen, fantasieren g
emeinsam,  entwickeln Ideen und Szenen vom Dableiben und Weggehen, vom Alltag, vom Urlaub, vom Mobilsein hier und andernorts und vom Träumen. Zusammen werden Pausen gemacht, wird Eis geschleckt, gekocht, fotografiert. Die Vorbereitungstreffen in Bittkau und Magdeburg fanden im heißen Julei statt. Wir freuen uns nun auf eine tolle Woche!  🎭


WS 4: "Helal.Koscher.Lecker" (Lese-, Koch- und Audio-Werkstatt)

Die Kinder und Jugendlichen erstellten in Havelberg und Umgebung einen digitalen Kalligrafie-Rezepte-Blog aus Lyrik, Musik, Anekdoten und Innovationen rund ums Essen - auch koscher, helal, vegan - , wovon Segmente nach dem Abschlußworkshop 6 gemeinsam überarbeit in die Projektpräsentation "Zweiheimisch-Soirée" im Oktober einfloss. Wir kochten, schmeckten und fragten: Würzte tatsächlich Sultan Saladin seinen Kaffee mit Zimt, Ingwer und Kardamom? Wann kam das Urgetreide Kamut, auch Chorasan-Weizen genannt, zu uns? Vor hundert Jahren während des Ersten Weltkrieges wurde für muslimische und jüdische Kriegsgefangene in Havelberg »helal« und »koscher« gekocht. Was bedeuten Begriffe wie »helal«, »vegan« und »koscher«? Heute hat eine Molkerei mitten in der Altmark Koscher- und Helal-Zertifikate für die Herstellung von Käse, Jogurt und Milchprodukte. Wie kam es dazu?

Die Teilnehmenden waren in Tandems und Kleingruppen auch mit verschiedenen Tätigkeiten beschäftigt, die zum Projektmanagement dazugehören, lernten SMART-Planungswerkzeuge kennen, unterstützten hinter den Kulissen den Heimat-Literatur-Abend in der Buchstation und verabschiedeten eine Flaschenpost in die Elbe.

 

Unterstützt von den Künstler*innen Edmon Malko, Iman Shaaban und Ehrenamtlichen bearbeiten Jugendliche unter dem Oberthema des Projektes „ZWEIHEIMISCH“ das Thema "Helal. Koscher.Lecker", künstlerisch - inspiriert durch die 45 Interkulturgeschichten aus dem Buch "Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland".

Im Selber-Kochen-Modul mit Jaqueline Tippel vom Bioladen "Unbehandelt" stellten wir alle zusammen vegane Leberwurst her. Hier findet Ihr das Rezept von Jaqueline und in ihrem Laden 1001 zauberhafte leckere Dinge:

VEGANE LEBERWURST

Leberwurst ist lecker, aber geht das auch vegan?? Na klar!! Ganz einfach und schnell eine fleischfreie Variante gezaubert.

Zutaten:

200g        Räuchertofu

250g        Kidneybohnen (Dose)

1-4          Knoblauchzehen

2              Schalotten

2-4 EL      getrockneten Majoran (Tüte)

ca 5 EL    Olivenöl

1 Bund     Petersilie

etwas Kokosfett oder Bratöl, Salz, Zucker, Pfeffer

Schalotten, Knobi zerkleinern und zusammen mit Majoran in Kokosfett o. Öl andünsten. Abkühlen lassen. Tofu, Kidneybohnen (Flüssigkeit vorher abtropfen) mit Olivenöl pürieren. Zwiebel/Knobi/ Majoran untermischen und (nicht zu sparsam) mit Salz, einer Prise Zucker (bißchen karamellisieren lassen) und Pfeffer abschmecken. Petersilie klein hacken und frisch unterheben. Fertig.

 

 


WS 5: "Wir machen eine Ausstellung" (CrossMedia, Geo-Coaching)

Wer ist Der Pascha von Magdeburg? (Magdeburg Kompakt)


WS 6: Präsentationworkshop "Zweiheimisch zwischen Altmark und Börde"

Die Jugendlichen erstellen eine Abschluß-Soirée unter Verwendung aller Sequenzen / Ergebnisse aus den Performances, aus Poetry/Lyrik, Audio & Musik und Kalligrafie, die von den vorherigen WorkshopGruppen für den Abschlußworkshop 6 gemeinsam erarbeitet wurden und nun in die Projektpräsentation "Zweiheimisch-Soirée" ende Oktober einfließen.

 

Im Projektzeitraum kamen die Teilnehmenden der verschiedenen Workshopgruppen 1 - 5 zum Austausch und zur gemeinsamen Projektarbeit  temporär zusammen - pandemie-bedingt in Kleingruppen und/oder in digitalen Formaten.