Der Tatarenturm zu Magdeburg

 

 

 

Der Tatarenturm von Magdeburg zwischen Magdeburger Dom und Elbe gelegen ist eines der ältesten Gebäude der Stadt: Sein Baujahr wird angenommen für 1241, dem Jahr der sogenannten Tatarensturms. Doch weder gab es damals Tataren im heutigen Sinne, noch kamen die Enkel Dschingis Khans je bis Magdeburg. Doch mit diesem Gebäude hat Magdeburg in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal: Das am weitesten westlich gelegene und älteste Baudenkmal mit “Tatar” im Namen wird gern benutzt als Objekt für Jugendprojekte zur Interkulturgeschichte Mitteldeutschlands. Aber auch internationale Gäste lassen sich gern ablichten vor dem berühmten Turm. Während der Tatarenturm von Magdeburg für die Angst und Abwehr der Fremden, der Muslime aus dem Osten steht, sind die Fruchtbringende Gesellschaft und andere alte Gelehrtenvereinigungen sowie deren Bezugnahme auf das Wissenschaftserbe der Griechen, Perser und Araber Ausdruck von friedlichem Handel und wissenschaftlich-kultureller Befruchtung. Diese gab es schon immer neben militärischer Konfrontation und Gewalt.

 

 

 

                                                        

 

Der Tatarenturm auf einer Zeichnung von Daniel Meisner, 1623.
Der Tatarenturm auf einer Zeichnung von Daniel Meisner, 1623.

 

Quellen: 

Asmus, Heinrich: Leitfaden zur Lübeckischen Geschichte. Nebst einer Sammlung Legenden, Volkssagen, Märchen und kurzer Beschreibungen einiger Merkwürdigkeiten der Freien Hansestadt Lübeck. Lübeck: Selbstverlag, 1834.Menzel, Helmut: Turm am Dom sollte vor Tataren schützen: Erzbischof Wilbrand und das Magdeburger Baugeschehen. In: Magdeburger Volksstimme. Magdeburg: Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH, 44, 2003, 4.

Paul, Maurizio: Wohntürme im Stadtgebiet von Magdeburg. (Darin: Der Tatarenturm am Ausgang des Remterganges in Magdeburg, Am Dom 4-5). In: (Kunz, Brigitta (Red.)) Schaufenster der Archäologie – Neues aus der archäologischen Forschung in Magdeburg. Magdeburg: Stadtplanungsamt MD, 2005, 51-54.

Titz, Heidemarie (Red.): Parkanlagen der Stadt Magdeburg I. Magdeburg: Stadtplanungsamt/Grünflächenamt, 1995.