Friedrich von Saldern

Geboren am 2. Januar 1719 in der Prignitz starb Friedrich Christoph von Saldern am 14. März 1785 in Magdeburg. Das Regiment dieses preußischen Gouverneurs für die Altmark und Magdeburg, dem Leiter der Ispektionsschule Magdeburg, errichtete aus Pirnaischem Sandstein am berühmten Tatarengrab von Dippoldiswalde ein neues Monument, welches mit Helm und Federn und ringsum mit kriegerischen Insignien geschmückt war. „Saemtliche Officiers des Koen. Preuss. Loebl. V. Saldern Infanterie-Regiments haben das verfallne Monument des auf dem bette der Ehre gestorbenen Mustapha Sulkiewicz K.P. u. Ch.S. Prem.Lieut. erneuert im Monat May MDCCLXXIX.“ prangte seither eingemeißelt auf einer Plakette an der Rückseite des Mahnmals.

Beigesetzt wurde in diesem Grab 1762 der tatarische Offizier Mustafa Sulkiewicz. Dieses Tatarengrab bei Dippoldiswalde geht zurück auf den siebenjährigen Krieg, (1756–1763), auch Dritter Schlesischer Krieg genannt. Damals kämpften mit Preußen, Großbritannien/Kur-Hannover, Russland auf der einen Seite und Österreich, Frankreich auf der anderen Seite alle europäischen Großmächte dieser Zeit. General Serbelloni befehligte auf Seiten der mit Österreich verbündeten Truppen 1762 unter anderen drei Pulks Ulanen der Sächsischen Armee unter Oberst von Schiebel, von Bielack  und Radnitzky. In diesen Einheiten diente der gefallene Offizier Sulkiewicz.

Aus der Familie Sulkiewicz gab es einige berühmte Nachfahren, die noch heute unter den Tataren Polens und Litauens große Popularität genießen. Einer von ihnen war einer der Gründer der sozialistischen Bewegung Polens und Militär in russischen Diensten, Alexander (Iskander) Mirza Sulkiewicz . Auch dessen Sohn ist ein bekannter Nachfahre: Maciej Suleyman bey Muhammad Sulkiewicz . Er diente unter dem russischen Zaren als General-Leutnant und Kommandeur der muslimischen Division von 1917 bis 1918, danach als Premierminister der krimtatarischen demokratischen (nicht-bolschewistischen) Regierung von deutschen Gnaden zwischen Juni 1918 und Oktober 1918, alsdann als Armeegeneral des unabhängigen demokratischen Aserbaidschan der vor-bolschewistischen Zeit von 1919 bis 1920.

Zum Lebensabend des preußischen General-Inspekteurs F.C. von Saldern in Magdeburg schreibt Rolf Staudel: Die akute Bedrängnis, in der sich Friedrich II. befand, erhellt aus seinem Schreiben vom 29.Juni 1784 an Friedrich C. von Saldern, mit dem er dessen vorheriges Gesuch um Suspenadierung von dem Inspektionsgeschäft beantwortete: aber Ich bitte Euch sehr den Gedancken aufzugeben, und doch noch da zu bleiben, Ihr seyd Mir noch gar zu nöthig, und weiß Ich keinen, um Euch zu ersetzen; Wenn Ihr auch gleich Eurer kräncklichen Umstände wegen nicht allemahl im Stande seyd, alles selbstens auszurichten, welches Ich auch gar nicht verlange, so thut so viel als Eure gesundheits Umstände Euch zu laßen. Mir ist sehr daran gelegen, daß Ihr nicht abgehet. Ihr würdet Mir sonsten recht sehr embarassieren, denn Ich kann Euch noch nicht entbehren, und weiß nicht, wie Ich Euch remplaciren soll, bey so bewandten Umständen, werdet Ihr also so gut seyn, Ich bitte Euch darum, und noch ferner bleiben. Ähnlich wie 1877 sollte dem General-Inspekteur also Entlastung verschafft werden, um ihn in Magdeburg zu halten.

So blieb er bis zu seinem Tode ein Jahr später noch im Amt...

 

Quellen:

Hotopp-Riecke, Mieste:  Zur Rolle der Tatarengräber Mitteldeutschlands als deutsch-tatarischen Erinnerungsorten. In: 200 Jahre Napoleonkriege. Tataren, Baschkiren und Kalmüken als Besatzer und Befreier. Berlin, 2014.

Straubel, Rolf: "Er möchte nur wißen, daß die Armée mir gehöret." - Friedrich II. und seine Offiziere. Ausgewählte Aspekte der königlichen Personalpolitik. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2012, S. 588/589.