Der Ritter von Jagow und die Türkin in der Wische

 

Auch aus Mitteldeutschland beteiligten sich Ritter ab dem 12. Jahrhundert an den Kreuzzügen ins Heilige Land und später an den sogenannten Türkenkriegen gegen das Osmanische Reich. Nicht wenige fanden dabei ihren Tod in Kleinasien oder dem Nahen Osten, wurden gefangen genommen oder konvertierten. Einige, wie der Ritter von Jagow aus der Altmark oder der Graf von Gleichen kehrten in die Heimat zurück dank mutiger Frauen, Muslima, mit deren Hilfe sie gemeinsam die lange Flucht aus der Gefangenschaft antraten. Und über Religionsgrenzen hinweg sollen so vereinzelt auch solche Paare zurück bis nach Mitteldeutschland gekommen sein. Die thüringische Sage vom zweibeweibten Grafen von Gleichen erzählte, dass dieser nach seiner Gefangennahme im Jahre 1227 gleich den übrigen Sklaven in den Gärten des Sultans die schwersten Arbeiten tun musste. Wegen seiner besonderen Geschicklichkeit und seiner stattlichen Gestalt fiel er der schönen Tochter des Sultans in die Augen, so dass ihr Herz sich in Liebe entflammte. Er kehrte mit ihr und dank ihrer Hilfe nach Thüringen zurück, wo er mit türkischer und deutscher Frau zusammenlebte. Auch der Ritter von Jagow zog aus, um den Erbfeind des christlichen Glaubens zu besiegen, als der damals das Osmanische Reich galt. Im Krieg geriet er in Gefangenschaft und wurde als Sklave an reiche Herrschaften verkauft. Die Tochter des Hauses verliebte sich in den Sklaven und verhalf ihm zur gemeinsamen Flucht. Davon und wie es zum jährlichenFestessen für die Armen kam berichtet die folgende Sage.

 

 

 

Kröcher (Adelsgeschlecht)

 

 

 

"Diese Wappen weisen auf eine weitere Verbindung hin zwischen Altmark und Orient: Die Adels-Familie Kröcher Die Sage erzählte, einst hätten zwei Brüder Kröcher im gelobten Land eine Sarazenenschar getroffen, welche eine gefangene Christin auf einem reich beladenen Kamel mit sich führte. Sie hätten mutig die zahlreichen Feinde angegriffen und ihnen die Christin mitsamt den Schätzen entrissen, sie in die Heimat zurückgebracht und zur Erinnerung an diesen Tag das Kamel in ihr Wappen aufgenommen."

Zum Weiterlesen:
Hanns H.F. Schmidt: Sagen aus der Altmark. 1987.

Quellen:
Temme, Jodocus Deodatus Hubertus: Die Volkssagen der Altmark Mit einem Anhange von Sagen aus den übrigen Marken und aus dem Magdeburgischen.1839.