Der Ritter von Jagow und die Türkin in der Wische

 

Der Ritter war ein sehr frommer Mann, der mit seiner Frau und vielen Kindern in Aulosen an der Wische lebte. Er beschloss in die Türkenkriege zu ziehen, um den Erbfeind des christlichen Glaubens zu besiegen. Im Krieg geriet er in Gefangenschaft und wurde als Sklave an reiche Herrschaften verkauft. Die Tochter des Hauses verliebte sich in den Sklaven und verhalf ihm zur gemeinsamen Flucht. Sie konvertierte zum Christentum und ging zusammen mit dem Ritter nach Aulosen. Dort aß man gerade Erbsen und Stockfisch und freute sich sehr über die Ankunft des Vaters, Ehemannes und seiner Begleitung. Vor Freude richtete der Ritter von Jagow ein Fest für die Armen aus, die Stockfisch und Erbsen viele Jahre immer am Grünen Donnerstag bekamen.

 

فارس ياغوف والمرأة التركية في فيشي 

 

كان الفارس رجلاً تقيًا للغاية عاش في أولوسين مع زوجته وأطفاله العديدين. قرر الانضمام إلى

ما سميّ حينها بالحروب التركيّة لهزيمة العدو الأزلي للإيمان والدين المسيحي. في الحرب تم إلقاء القبض عليه وبيعه بعد ذلك كعبدٍ لأسيادٍ أغنياء. وقعت ابنة السيّد في حب العبد وساعدته على الهرب معاً. اعتنقت الفتاة التركيّة المسيحية وعادت مع الفارس إلى مدينته الأم أولوسين. هناك كانوا يأكلون البازلاء والأسماك المقددة ، وكانوا سعداء للغاية بوصول والدهم، سيدهم ومرافقته. من نشوة الفرحة التي غمرته نظمّ فارس ياغوف وليمةً للفقراء الذين تناولوا سمكاً مقدداً وبازلاء - تماماً كما كانت تفعل عائلته حينما وصل - لسنوات عديدة استمرت

 هذه العادة واطلق على هذا اليوم يوم الخميس الأخضر

 

Einst lebte ein sehr frommer Mann mit seiner Frau in Aulosen an der Wische und zusammen hatten sie viele Kinder. Der Mann war sehr fromm und sorgte sich um den Untergang des byzantnischen Reiches und die Ausbreitung der Osmanen. Um das Christentum zu verteidigen, beschloss der Fromme in die sogenannten Türkenkriege zu ziehen, um den Erbfeind des christlichen Glaubens zu besiegen.  Dort ging es ihm sehr schlecht. Er wurde gefangen genommen und als Sklave verkauft. Er kam als Gärtner zu einem vornehmen türkischen Herrn. Die Tochter dieses Türken kam oft in den Garten, in welchem er arbeitete, und sah ihn, und hatte ihr Gefallen an ihm, weil er ein sehr schöner und schmucker Herr war. Sie fühlte auch bald Mitleiden mit seinem Unglücke, und endlich hatte sie ihn in ihrem Herzen so lieb gewonnen, daß sie nicht mehr von ihm lassen konnte.  Der Ritter merkte das Alles wohl, und obgleich er seine Gemahlin mit seinem ganzen Herzen liebte, so war er doch auch der Türkentochter gut, weil er nur durch ihre Hülfe hoffen konnte, seine Freiheit zu erlangen, und seine Hausfrau, seine lieben Kinder und seine Heimath im Leben wiederzusehen. Deswegen ließ er sich mit ihr ein, und er versprach, sie neben seiner Gemahlin zu heirathen, wenn sie ihn befreien und zu dem christlichen Glauben übertreten wolle. Dazu war sie gern bereit. Sie entfloh glücklich mit ihm aus seiner Sklaverei; in Deutschland wurde sie eine Christin und dann durch die Dispensation des Papstes seine Hausfrau.  Es war gerade auf Grünen Donnerstag des Mittags, als der Ritter mit seiner gewesenen Türkin auf seinem Schlosse zu Aulosen ankam. Seine deutsche Hausfrau und seine Kinder saßen am Mittagstisch und aßen Erbsen und Stockfisch. Sie freueten sich sehr, wie sie ihren Herrn und Vater wieder sahen, den sie todt geglaubt hatten, und die erste Frau nahm die mitgebrachte zweite mit Freuden neben sich auf. Beide Frauen wurden die besten, verträglichsten Freundinnen, und blieben dies bis an ihr seliges Ende. Das Bildnis der Türkin wird noch unter den Jagowschen Familiengemälden gezeigt; sie ist danach ganz ausnehmend schön gewesen. Sie ist, wie man sagt, zu Großen-Garz begraben; in dem Kirchengewölbe daselbst zeigt man noch ihren einbalsamirten Körper; auch zeigt man dort zwei Leichensteine, auf welchem zwei weibliche Figuren ausgehauen sind, welches die beiden Frauen dieses Ritters sein sollen.     Der Ritter stiftete zum Andenken an seine glückliche Heimkehr auf den Grünen Donnerstag eine Armenspende, dass alle Armen, so viel deren sich einfinden würden, auf dem Schlosse mit Erbsen und Stockfisch, als welches seine Familie bei seiner Rückkehr gegessen, gespeiset werden, und ein Stück Speck und Brod mit auf den Weg bekommen sollten. Noch vor nicht langen Jahren war dieses Bettlerfest so besucht, daß an die fünfhundert Armen dahin wallfahrteten.

 

 

 

Kröcher (Adelsgeschlecht)

 

 

 

"Diese Wappen weisen auf eine weitere Verbindung hin zwischen Altmark und Orient: Die Adels-Familie Kröcher Die Sage erzählte, einst hätten zwei Brüder Kröcher im gelobten Land eine Sarazenenschar getroffen, welche eine gefangene Christin auf einem reich beladenen Kamel mit sich führte. Sie hätten mutig die zahlreichen Feinde angegriffen und ihnen die Christin mitsamt den Schätzen entrissen, sie in die Heimat zurückgebracht und zur Erinnerung an diesen Tag das Kamel in ihr Wappen aufgenommen."