Bruno Taut

Bruno Taut (* 4. Mai 1880 in Königsberg; † 24. Dezember 1938 in Istanbul; vollständiger Name: Bruno Julius Florian Taut) war ein deutscher Architekt und Stadtplaner. Als einziger Nicht-Muslim wurde er wegen seiner großen Verdienste an der türkischen Wissenschaft und Architektur auf dem Istanbuler Märtyrer-Friedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. Seine Architektur prägt auch heute noch einige Stadtteile von Magdeburg und eine Magdeburger Straße wurde nach ihm benannt.

 

Die Brüder Max und Bruno Taut wirkten als Architekten des „Neuen Bauens“ in Mitteldeutschland, auf Hiddensee, in der jungen Sowjetunion, in Japan und der Türkei. Bruno Taut wurde vor allem durch Großsiedlungen in Berlin bekannt, beeinflusste jedoch maßgeblich das Reform-Bauen in Magdeburg mit diversen Kollegen und Initiativen. Nach seinem Wirken in Magdeburg folgte er 1930 einem Ruf als Professor für Siedlungs- und Wohnungswesen an die Technische Hochschule in Berlin. Nach einem kurzen Aufenthalt in Moskau emigrierte er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Erica Wittich kurz nach seiner erneuten Rückkehr nach Berlin 1933 über die Schweiz nach Japan. Dort nicht sonderlich erfolgreich siedelte er 1936 auf Einladung der türkischen Regierung nach Istanbul über. In der Republik Türkei verstarb er 1938 nach einer sehr erfolgreichen und nachhaltig wirkenden Schaffensphase.