Bruno Taut

 Bruno Taut (* 4. Mai 1880 in Königsberg; † 24. Dezember 1938 in Istanbul; vollständiger Name: Bruno Julius Florian Taut) war ein deutscher Architekt und Stadtplaner. Als einziger Nicht-Muslim wurde er wegen seiner großen Verdienste an der türkischen Wissenschaft und Architektur auf dem Istanbuler Märtyrer-Friedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. Seine Architektur prägt auch heute noch einige Stadtteile von Magdeburg und eine Magdeburger Straße wurde nach ihm benannt.

 

Nach Abschluß der Architektenausbildung an der Königsberger Baugewerbeschule zieht er nach Berlin um und arbeitet für den Jugendstil-Architekten Bruno Möhring (1863-1929).

1906, durch Vermittlung Fischers erhält Taut seinen ersten Auftrag zur Erneuerung der Dorfkirche in Unterriexingen bei Ludwigsburg.

Er kehrt  (1908) nach Berlin zurück und beginnt an der Technischen Hochschule in Charlottenburg Kunstgeschichte und Städtebau zu studieren. Im Jahre 1909, eröffnet er sein eigenes Architekturbüro.

Außerdem entwurf Bruno nicht nur  Gebäude, sondern auch Bühnenbilder und Kostüme (1921) , für das Stück "Jungfrau von Orléans" von Schiller für das Deutsche Theater Berlin.

 

Als Vertreter des Neuen Bauens wurde er vor allem durch die Großsiedlungen in Berlin-Britz und Berlin-Zehlendorf bekannt.

Mit der Gestaltung der „Gartenstadt-Kolonie Reform“ in Magdeburg hatten sich Taut und Hoffmann dort großes Ansehen erworben.

 

Taut umgab sich mit einem Stab junger und gleichgesinnter Architekten wie Johannes Göderitz und Carl Krayl. Neben der Fertigstellung des Generalsiedlungsplans, der bis in die nachfolgenden Jahrzehnte Wirkung zeigte, setzte Taut seine architektonische Farbgebung in Magdeburg konsequent durch. Dazu startete er bereits im Jahr seiner Berufung eine Zeitungskampagne unter dem Titel „Aufruf zum farbigen Bauen“.

 

Bis zur Eröffnung der großen „Mitteldeutschen Ausstellung Magdeburg“ im Jahre 1922 waren in der Innenstadt 80 Hausfassaden nach Tauts Entwürfen farbig gestaltet worden. Obwohl sich Taut damit heftige Kritik von Magdeburgern einhandelte, geriet die Aktion zu einem erfolgreichen Werbefaktor für die Stadt, die ihr zeitweilig den Titel „Bunte Stadt Magdeburg“ und eine beachtliche Resonanz in der Tages- und Fachpresse einbrachte.