Die Magdeburger Sage vom Teufel und dem Tatarenkönig

Die Magdeburger Schöppenchronik
Die Magdeburger Schöppenchronik

In der Magdeburger Schöppenchronik heißt es "Im jar 1515 sontags Jubilate schlug das wetter hir den Tattern irhen konig todt, graff Wilhelm von Rosenberge von ihne genant, und ist in s. Catharinen kirchen begraben". Darauf geht womöglich auch die Magdeburger Sage zurück vom „Teufel und dem Taratenkönig“. Das niederdeutsche Wort "Tattern/tadern/Tatern" stand seit dem 13. Jahrhundert synonym für Tataren und für Zigeuner (Sinti und Roma). So kommt es, daß in vielen Chroniken Tataren erwähnt werden, aber in Wirklichkeit Sinti oder Roma gemeint sind. Magdeburg ist Deutschland-weit die zweite Stadt in der Tattern/Zigeuner überhaupt erwähnt werden: 1417 sind sie in Magdeburg – schon damals vorurteilsbeladen - als "Tattern - ein loß diebisch, veretherisch und ungetreues Volck" bezeugt. Sie bekamen auf dem Rathaus einen Geleitbrief und Wegzehrung. Wenn aber der Magdeburger Meistersinger Hans Kalförder um das Jahr 1600 herum in seinem Lied "Grüne Rautenkranzweise" von "Tartern" singt, waren wohl die Muslime aus Osteuropa gemeint.

 

Die Schöppenchronik

 

Die Schöppenchronik, üblicherweise als Magdeburger Schöppenchronik oder Magdeburger Schöffenchronik bezeichnet, ist eine aus dem Mittelalter stammende Chronik zur Geschichte der Stadt Magdeburg. Die Chronik entstand im Zeitraum von 1350 bis 1516 und sollte dem Amtsgebrauch der Schöffen und des altstädtischen Rates dienen. Sowohl richterliche als auch politische Entscheidungen sollten durch die geschichtlichen Aufzeichnungen unterstützt werden.Die Chronik gliedert sich in mehrere Teile und ist in insgesamt zehn Handschriften aus  dem Zeitraum des 15. bis 17. Jahrhunderts überliefert. Die ersten zwei Teile der Schöppenchronik behandeln rückblickend, mit den Kenntnissen des 14. Jahrhunderts, die Geschichte Magdeburgs von einer vermeintlichen Gründung der Stadt durch Julius Cäsar bis zur Pestepidemie des Jahres 1350. Dann folgen zeitgenössische Berichte bis 1468.

 

Quellen:

Brunner, Horst (Hrsg.): Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder des 12. bis 18. Jahrhunderts. Bd. 8: Katalog der Texte. Jüngerer Teil (I-R). Tübingen: Niemeyer / De Gruyter, 1988, S. 9.

Wikipedia. Freies Copyright aus: Magedeburger Schöppenchronik, Berlin, Staatsbibliothek, Ms. Boruss. fol. 172, Bl. 36r / Hanse, Städte, Bünde Bd. 2, Magdeburg 1996, S. 44.

 


Teufel und Tatarenkönig - Eine Magdeburger Sage

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